Schadorganismen bei Nutzpflanzen
Der Klimawandel führt zu höheren Temperaturen, wodurch sich gerade wärmeliebende Schädlinge schneller vermehren und in neue Regionen ausbreiten. Zusätzlich treten vermehrt Neozoen auf, d.h. gebietsfremde Arten, die z. B. durch den Menschen eingebracht wurden und bereits besser an die wärmeren Temperaturen angepasst sind. Häufig haben diese zudem bei uns keine natürlichen Feinde. Gleichzeitig begünstigen veränderte Niederschläge Pilzkrankheiten oder extreme Hitze schwächt die Pflanzen durch Trockenstress, wodurch sie anfälliger gegenüber Fressfeinden werden. Insgesamt steigt durch den Klimawandel der Schädlingsdruck und die Landwirtschaft steht vor größeren Herausforderungen.
Schadorganismen durch Klimawandel bevorteilt
Viele Schadorganismen profitieren durch den Klimawandel. Sei es durch die wärmeren Temperaturen, die milden Winter, eine längere Vegatetionszeit oder eine gestörte Interaktion zwischen heimischen Tieren und Pflanzen. Im folgenden sind beispielhaft Schadorganismen aufgelistet, die bereits heute durch den Klimawandel profitieren und in Rheinland-Pfalz beobachtet werden.
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Der Japankäfer (Popillia japonica) ist besonders für die Landwirtschaft schädigend. Er kam vermutlich als blinder Passagier nach Deutschland und wurde erstmals 2023 nördlich der Alpen gefunden. Im August 2025 ist er erstmals in Hessen – in unmittelbarer Nähe zu Rheinland-Pfalz – nachgewiesen worden. Die adulten Japankäfer sind etwa 8–11 mm groß (ca. Kaffeebohnengröße) und ähneln besonders dem heimischen Gartenlaubkäfer. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal sind zwei zusätzliche weiße Haarbüschel am Hinterleib – diese fehlen beim Gartenlaubkäfer. Der Japankäfer bevorzugt feuchte Böden, die besonders für die Grünlandbewirtschaftung relevant sind. Dort legt der Käfer seine Eier in den Boden. Die Larven ernähren sich von den Wurzeln der Pflanzen und schädigen diese. Im Winter wandern sie in tiefere Bodenschichten. Wird es im Frühjahr wärmer, kommen sie wieder nach oben und beginnen erneut zu fressen. Die Hauptflugzeit der Käfer liegt zwischen Juni und September. Nachweise des Japankäfers sind meldepflichtig. Helfen Sie mit ihn zu stoppen!
Die Schilf-Glasflügelzikade (Pentastiridius leporinus) ist besonders für den Zuckerrübenanbau in Rheinhessen und der Vorderpfalz problematisch. Das Insekt, ursprünglich in Europa heimisch, hat sich durch seine enorme Anpassungsfähigkeit stark ausgebreitet. Während die adulten Tiere warmes, trockenes Klima bevorzugen, benötigen die Jungtiere feuchte Böden. Zudem schaffen zunehmend milde Winter ideale Bedingungen für die Entwicklung der Myphen. Schwere Böden in unseren Regionen sind daher besonders gefährdet. Besonders kritisch ist die Übertragung zweier bakterieller Erreger (ARSEPH und PHYPSO), die die Vitalität der Pflanzen schwächen und sekundäre Infektionen begünstigen. Die Folge: Ertragsverluste und steigende Produktionsrisiken.
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Der Maiswurzelbohrer ist ein bedeutender Schädling im Maisanbau, dessen Larven die Wurzeln der Pflanzen fressen und so zu Ertragsverlusten führen. Die Käfer legen ihre Eier im Boden ab, aus denen im nächsten Jahr die Larven schlüpfen. Besonders problematisch ist er in Regionen mit intensivem Maisanbau, da er sich dort leicht ausbreitet. Eine wichtige Gegenmaßnahme ist die Fruchtfolge, also der Wechsel von Mais mit anderen Kulturen. Durch den Klimawandel kann sich der Schädling weiter verbreiten und häufiger auftreten.