Agroforst & Vitiforst

Agroforstsysteme kombinieren landwirtschaftliche Nutzungen wie Ackerbau, Grünland oder Weinbau mit Gehölzen. Besonders effektiv für den Wasserrückhalt sind Gehölzstreifen, die quer zum Hang angelegt werden und Erosion sowie Abfluss mindern. Gehölzstreifen verbessern Bodenstruktur, Wasserspeicherfähigkeit und Mikroklima durch Beschattung, Durchwurzelung und organisches Material. Insgesamt fördern Agroforstsysteme langfristig Bodenfruchtbarkeit, Wasseraufnahme und den Schutz vor Starkregenschäden.

*Quelle: Dieser Steckbrief ist geringfügig modifiziert nach Kellner & Jedicke (2025) (s. Bemerkung).

 

 

Ziel

Klimatische Änderung

Trockenheit

Sturm
Niederschlag
Handlungsfeld
Energiewirtschaft
Biologische Vielfalt
Raumplanung
Klimafolge
  • Ertrags- und Qualitätseinbußen (Landwirtschaft)
  • Arten und Populationen
  • Biotope, Habitate und Ökosysteme
  • Erosion
  • Bodenstruktur
  • Bodenwasserhaushalt
  • Bodenstoffhaushalt
  • Bodenökologie
  • Landwirtschaftliche Schäden
  • Agrarphänologie
  • Extremwetter
Anpassungsziel
  • Erhalt des natürlichen Wasserhaushalts
  • Vermeidung von Starkregenschäden
  • Verzögerung und Vermeidung von Oberflächenabfluss
  • Steigerung der Wasseraufnahme- und -speicherfähigkeit des Bodens
  • Erhöhung der Biodiversität
  • Verringerung von Bodenerosion durch Wasser
  • Erhöhung der Wasserinfiltration in der Fläche
  • Verbesserung der Regenwasserrückhaltung

Organisation

Kommunale Arbeitsbereiche
  • Natur- und Ressourcennutzung
  • Kritische Infrastrukturen
Räumliche Bezugsebene
  • Umland
Maßnahmentyp
  • grün
  • blau
Beteiligte
  • Grünflächenamt
  • Landwirtschaftliche Betriebe
  • Umweltamt
  • Forstverwaltung
  • Regionalverband
  • Eigentümer*innen
Umsetzungsinstrumente
  • Landschaftsplanung
  • Ökokonto
  • Biotopverbund

Ressourcen

Umsetzungshorizont
kurzfristig
mittelfristig
langfristig
Nutzungsdauer
kurz
mittel
lang
Personalaufwand
gering
mittel
hoch
Regelmäßigkeit
einmalig
mehrmalig
kontinuierlich
Kosten
gering
mittel
hoch
Folgekosten
gering
mittel
hoch

Mögliche Maßnahmenelemente

  • Artenauswahl: abhängig von: Ausrichtung, Bedürfnissen, Wünschen und Mechanisierungsgrad des Betriebes
  • Standortbedingungen: bedingt durch Bodenart, Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit, Klima, Topographie, Auswirkung der Arten auf Lichtverfügbarkeit, Wasser- und Nährstoffkonkurrenz, Durchwurzelung, Schädlingseintrag, Krankheiten; Beachten der Negativliste der für Agroforstsysteme ausgeschlossenen Gehölzarten und der Vorgaben nach § 40 BNatSchG, Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde.
  • Wahl gebietsheimischer, standorttauglicher und / oder klimaangepasster Gehölze: Eine größtmögliche Diversität ist anzustreben. (ggf. Einschränkung, wenn Nutzgehölze vorgesehen sind, z.B. zur Wertholzproduktion)
  • Erstellung eines Pflanzschemas und eines Nutzungskonzeptes Das Nutzungskonzept muss vom zuständigen Amt genehmigt werden. Beratung durch Fachleute in Anspruch nehmen, Orientierung an bestehenden Beispielprojekten. Zielsetzung: gewünschte Nutzung / Wertschöpfung (Obst, Holz, Energieholz). Festlegen von Reihenabstand, Pflanzabstand, entsprechend Kalkulation der notwendigen Anzahl: Notwendige Arbeitsbreiten erhalten, Durchlässigkeit für Luft und Licht erhalten, Wasser- und Nährstoffkonkurrenzen vermeiden, Förderung des Mikroklimas, spätere Pflege mitplanen.
  • Artenauswahl: abhängig von: Ausrichtung, Bedürfnissen, Wünschen und Mechanisierungsgrad des Betriebes
  • Standortbedingungen: bedingt durch Bodenart, Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit, Klima, Topographie, Auswirkung der Arten auf Lichtverfügbarkeit, Wasser- und Nährstoffkonkurrenz, Durchwurzelung, Schädlingseintrag, Krankheiten; Beachten der Negativliste der für Agroforstsysteme ausgeschlossenen Gehölzarten und der Vorgaben nach § 40 BNatSchG, Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde.
  • Wahl gebietsheimischer, standorttauglicher und / oder klimaangepasster Gehölze: Eine größtmögliche Diversität ist anzustreben. (ggf. Einschränkung, wenn Nutzgehölze vorgesehen sind, z.B. zur Wertholzproduktion)
  • Erstellung eines Pflanzschemas und eines Nutzungskonzeptes Das Nutzungskonzept muss vom zuständigen Amt genehmigt werden. Beratung durch Fachleute in Anspruch nehmen, Orientierung an bestehenden Beispielprojekten. Zielsetzung: gewünschte Nutzung / Wertschöpfung (Obst, Holz, Energieholz). Festlegen von Reihenabstand, Pflanzabstand, entsprechend Kalkulation der notwendigen Anzahl: Notwendige Arbeitsbreiten erhalten, Durchlässigkeit für Luft und Licht erhalten, Wasser- und Nährstoffkonkurrenzen vermeiden, Förderung des Mikroklimas, spätere Pflege mitplanen.

Monitoring

  • Artenauswahl: abhängig von: Ausrichtung, Bedürfnissen, Wünschen und Mechanisierungsgrad des Betriebes
  • Standortbedingungen: bedingt durch Bodenart, Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit, Klima, Topographie, Auswirkung der Arten auf Lichtverfügbarkeit, Wasser- und Nährstoffkonkurrenz, Durchwurzelung, Schädlingseintrag, Krankheiten; Beachten der Negativliste der für Agroforstsysteme ausgeschlossenen Gehölzarten und der Vorgaben nach § 40 BNatSchG, Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde.
  • Wahl gebietsheimischer, standorttauglicher und / oder klimaangepasster Gehölze: Eine größtmögliche Diversität ist anzustreben. (ggf. Einschränkung, wenn Nutzgehölze vorgesehen sind, z.B. zur Wertholzproduktion)
  • Erstellung eines Pflanzschemas und eines Nutzungskonzeptes Das Nutzungskonzept muss vom zuständigen Amt genehmigt werden. Beratung durch Fachleute in Anspruch nehmen, Orientierung an bestehenden Beispielprojekten. Zielsetzung: gewünschte Nutzung / Wertschöpfung (Obst, Holz, Energieholz). Festlegen von Reihenabstand, Pflanzabstand, entsprechend Kalkulation der notwendigen Anzahl: Notwendige Arbeitsbreiten erhalten, Durchlässigkeit für Luft und Licht erhalten, Wasser- und Nährstoffkonkurrenzen vermeiden, Förderung des Mikroklimas, spätere Pflege mitplanen.
  • Biodiversitätsindikatoren
  • Veränderung der Wasseraufnahme
  • Veränderung der Bodenindikatoren
  • Veränderung der Artenvielflat
  • Akzeptanz & Nutzung

Co-Benefits

  • Verbesserung der Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit: Durch bessere Bodenstruktur und tiefere Durchwurzelung steht den Kulturen mehr Wasser und ein ausgewogeneres Nährstoffangebot zur Verfügung.
  • Förderung des Nährstoffkreislaufs: Vegetation und organische Substanz stärken den natürlichen Nährstoffkreislauf und reduzieren den Bedarf an externen Düngern.
  • Ertragssteigerung und -stabilisierung: Verbesserte Wachstumsbedingungen können die Erträge landwirtschaftlicher Kulturen erhöhen und langfristig stabilisieren.
  • Förderung der Biodiversität: Zusätzliche Vegetationsstrukturen schaffen neue Lebensräume und unterstützen den Biotopverbund im Agrarraum.
  • Regionale Wertschöpfung: Die Nutzung von Früchten, Stammholz oder Holz zur Energiegewinnung ermöglicht zusätzliche Einkommen und stärkt regionale Kreisläufe.
  • Aufwertung des Landschaftsbildes: Strukturreiche Elemente erhöhen die visuelle Qualität der Landschaft und fördern eine vielfältigere und attraktivere Kulturlandschaft.
  • Reduktion des Pestizideinsatzes: Durch die Förderung natürlicher Nützlinge kann der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel deutlich verringert werden.
  • CO₂-Bindung: Pflanzenwachstum und Bodenaufbau tragen zur Speicherung von Kohlenstoff und damit zum Klimaschutz bei.
  • Verbesserung der Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit: Durch bessere Bodenstruktur und tiefere Durchwurzelung steht den Kulturen mehr Wasser und ein ausgewogeneres Nährstoffangebot zur Verfügung.
  • Förderung des Nährstoffkreislaufs: Vegetation und organische Substanz stärken den natürlichen Nährstoffkreislauf und reduzieren den Bedarf an externen Düngern.
  • Ertragssteigerung und -stabilisierung: Verbesserte Wachstumsbedingungen können die Erträge landwirtschaftlicher Kulturen erhöhen und langfristig stabilisieren.
  • Förderung der Biodiversität: Zusätzliche Vegetationsstrukturen schaffen neue Lebensräume und unterstützen den Biotopverbund im Agrarraum.
  • Regionale Wertschöpfung: Die Nutzung von Früchten, Stammholz oder Holz zur Energiegewinnung ermöglicht zusätzliche Einkommen und stärkt regionale Kreisläufe.
  • Aufwertung des Landschaftsbildes: Strukturreiche Elemente erhöhen die visuelle Qualität der Landschaft und fördern eine vielfältigere und attraktivere Kulturlandschaft.
  • Reduktion des Pestizideinsatzes: Durch die Förderung natürlicher Nützlinge kann der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel deutlich verringert werden.
  • CO₂-Bindung: Pflanzenwachstum und Bodenaufbau tragen zur Speicherung von Kohlenstoff und damit zum Klimaschutz bei.

Zielkonflikte

  • Produktionsfläche vs. Flächenbedarf für Strukturelemente: Die Einrichtung zusätzlicher Vegetationsstrukturen reduziert in manchen Fällen die direkt bewirtschaftbare Fläche.
  • Kurzfristige Kosten vs. Langfristige Nutzen: Investitionen in Pflanzung, Pflege und Bodenverbesserung stehen einem Nutzen gegenüber, der sich oft erst über mehrere Jahre entfaltet.
  • Ertragssicherung vs. Förderung der Biodiversität: Maßnahmen zur Förderung von Lebensräumen können in einzelnen Fällen zu Konkurrenz um Licht, Nährstoffe oder Wasser führen.
  • Produktionsfläche vs. Flächenbedarf für Strukturelemente: Die Einrichtung zusätzlicher Vegetationsstrukturen reduziert in manchen Fällen die direkt bewirtschaftbare Fläche.
  • Kurzfristige Kosten vs. Langfristige Nutzen: Investitionen in Pflanzung, Pflege und Bodenverbesserung stehen einem Nutzen gegenüber, der sich oft erst über mehrere Jahre entfaltet.
  • Ertragssicherung vs. Förderung der Biodiversität: Maßnahmen zur Förderung von Lebensräumen können in einzelnen Fällen zu Konkurrenz um Licht, Nährstoffe oder Wasser führen.

Beispiele

  • Baumfeldwirtschaft: Beratung, Planung und Umsetzung von Agroforstsystemen sowie Best-Practice-Beispiele – Baumfeldwirtschaft
  • Vitiforst im Rheingau: Best-Practice-Beispiel im Weingut Engelmann-Schlepper zur Integration von Bäumen in den Weinbau – Projektbeschreibung
  • Agroforst im Landkreis Mainz-Bingen: Gestaltung kommunaler Flächen nach dem Agroforst-Prinzip – Landkreistag Rheinland-Pfalz
  • Agroforst-Projekte: Berichte zu Agroforstsystemen der VRD-Stiftung für erneuerbare Energien – VRD-Stiftung
  • Baumfeldwirtschaft: Beratung, Planung und Umsetzung von Agroforstsystemen sowie Best-Practice-Beispiele – Baumfeldwirtschaft
  • Vitiforst im Rheingau: Best-Practice-Beispiel im Weingut Engelmann-Schlepper zur Integration von Bäumen in den Weinbau – Projektbeschreibung
  • Agroforst im Landkreis Mainz-Bingen: Gestaltung kommunaler Flächen nach dem Agroforst-Prinzip – Landkreistag Rheinland-Pfalz
  • Agroforst-Projekte: Berichte zu Agroforstsystemen der VRD-Stiftung für erneuerbare Energien – VRD-Stiftung

Leitfäden

  • Naturnaher Wasserrückhalt im Offenland: Praxisleitfaden und Maßnahmenkatalog für den Rheingau – Schwerpunktraum Offenland – Maßnahmenkatalog Rheingau
  • Deutscher Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) e.V.: Fachinformationen, Praxiswissen und Vernetzungsangebote zur Agroforstwirtschaft – DeFAF
  • AFaktive: Agroforstwirtschaft als Schlüssel zur Verbesserung des Wassermanagements und zur Anpassung an extreme Wetterereignisse – AFaktive
  • Vitiforst: Agroforst im Weinbau zur Steigerung der ökologischen Nachhaltigkeit und regionaler Wertschöpfungsketten – Projektsteckbrief
  • Naturnaher Wasserrückhalt im Offenland: Praxisleitfaden und Maßnahmenkatalog für den Rheingau – Schwerpunktraum Offenland – Maßnahmenkatalog Rheingau
  • Deutscher Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) e.V.: Fachinformationen, Praxiswissen und Vernetzungsangebote zur Agroforstwirtschaft – DeFAF
  • AFaktive: Agroforstwirtschaft als Schlüssel zur Verbesserung des Wassermanagements und zur Anpassung an extreme Wetterereignisse – AFaktive
  • Vitiforst: Agroforst im Weinbau zur Steigerung der ökologischen Nachhaltigkeit und regionaler Wertschöpfungsketten – Projektsteckbrief

Bemerkungen

  • Flächenauswahl und -priorisierung: Priorisierung von Acker- und Grünland aufgrund höherer Retentionswirkung; Berücksichtigung von Flächen mit hoher Erosionsgefährdung, ausgeprägten Fließwegen (z. B. anhand von Starkregengefahrenkarten), hoher Abflusswirksamkeit sowie großen Schlägen mit langer erosiver Hanglänge (z. B. anhand von Luftbildern)
  • Pflege und Instandhaltung: Bewässerung der Pflanzung in den ersten Standjahren je nach Boden- und Witterungsverhältnissen; Pflege- und Erhaltungsschnitte, ggf. Aufasten und Auslichten; regelmäßige Unterwuchspflege und Beikrautregulierung durch Mahd, Mulchen und mechanische Unkrautbekämpfung, insbesondere im Bereich der Baumscheibe; regelmäßige Kontrolle der Anbindung; Kontrolle auf Krankheiten, Schädlingsbefall und Wildschäden sowie Ersatz ausfallender Bäume; ggf. seitlicher Wurzelschnitt zur Reduktion von Konkurrenz zu benachbarten Kulturen und zur Förderung der Durchwurzelung tieferer Bodenschichten
  • Quelle: Kellner, L.; Jedicke, E. (2025): Praxisleitfaden zur Umsetzung von Maßnahmen zum naturnahen Wasserrückhalt. Gesamtbericht und Maßnahmenkatalog. Hochschule Geisenheim University, Geisenheim
  • Flächenauswahl und -priorisierung: Priorisierung von Acker- und Grünland aufgrund höherer Retentionswirkung; Berücksichtigung von Flächen mit hoher Erosionsgefährdung, ausgeprägten Fließwegen (z. B. anhand von Starkregengefahrenkarten), hoher Abflusswirksamkeit sowie großen Schlägen mit langer erosiver Hanglänge (z. B. anhand von Luftbildern)
  • Pflege und Instandhaltung: Bewässerung der Pflanzung in den ersten Standjahren je nach Boden- und Witterungsverhältnissen; Pflege- und Erhaltungsschnitte, ggf. Aufasten und Auslichten; regelmäßige Unterwuchspflege und Beikrautregulierung durch Mahd, Mulchen und mechanische Unkrautbekämpfung, insbesondere im Bereich der Baumscheibe; regelmäßige Kontrolle der Anbindung; Kontrolle auf Krankheiten, Schädlingsbefall und Wildschäden sowie Ersatz ausfallender Bäume; ggf. seitlicher Wurzelschnitt zur Reduktion von Konkurrenz zu benachbarten Kulturen und zur Förderung der Durchwurzelung tieferer Bodenschichten
  • Quelle: Kellner, L.; Jedicke, E. (2025): Praxisleitfaden zur Umsetzung von Maßnahmen zum naturnahen Wasserrückhalt. Gesamtbericht und Maßnahmenkatalog. Hochschule Geisenheim University, Geisenheim