Entsiegelung von Entwässerungsrinnen im Weinbau

Versiegelte Entwässerungsrinnen bzw. Kadriche sind Teil des Entwässerungssystems der Weinberge. Sie nehmen gezielt den auf Wirtschaftswegen konzentrierten Oberflächenabfluss auf und leiten diesen schnellstmöglich in Richtung technischer Regenrückhaltebecken bzw. Geröllfänge, Vorfluter und in den nächsten Fluss ab. So geht das abfließende Niederschlagswasser für die Wasserversorgung der Weinbergsflur verloren. Durch eine Entsiegelung und einen Rückbau der Entwässerungsrinnen kann der Abfluss verlangsamt werden, das Wasser kann zurückgewonnen werden und versickern und so einen Beitrag zur Wasserversorgung der Flächen und ggf. zur Grundwasserneubildung leisten.

*Quelle: Dieser Steckbrief ist geringfügig modifiziert nach Kellner & Jedicke (2025) (s. Bemerkung).

 

 

Ziel

Klimatische Änderung
Niederschlag
Handlungsfeld
Biologische Vielfalt
Raumplanung
Wasserhaushalt, Wasserwirtschaft
Klimafolge
  • Bodenwasserhaushalt
  • Überschwemmungen
  • Bodenfunktion
  • Vegetationsschäden
  • Extremwetter
  • Erosion
Anpassungsziel
  • Vermeidung von Starkregenschäden
  • Verbesserung der Regenwasserrückhaltung
  • Verzögerung und Vermeidung von Oberflächenabfluss
  • Reduktion des Überschwemmungsrisikos
  • Erhöhung der Wasserinfiltration in der Fläche
  • Erhalt des natürlichen Wasserhaushalts
  • Erhöhung der Biodiversität
  • Erhöhung der urbanen Klimaresilienz

Organisation

Kommunale Arbeitsbereiche
  • Kommunalplanung
  • Natur- und Ressourcennutzung
  • Kritische Infrastrukturen
Räumliche Bezugsebene
  • Umland
Maßnahmentyp
  • grün
  • blau
Beteiligte
  • Eigentümer*innen
  • Landwirtschaftliche Betriebe
  • Regionalverband
  • Wasserentsorgungsunternehmen
  • Planungsamt
  • Katastrophenschutz
Umsetzungsinstrumente
  • Biotopverbund
  • Landschaftsplanung

Ressourcen

Umsetzungshorizont
kurzfristig
mittelfristig
langfristig
Nutzungsdauer
kurz
mittel
lang
Personalaufwand
gering
mittel
hoch
Regelmäßigkeit
einmalig
mehrmalig
kontinuierlich
Kosten
gering
mittel
hoch
Folgekosten
gering
mittel
hoch

Mögliche Maßnahmenelemente

  • Je nach Hangneigung und Flächenverfügbarkeit kann ein Rückbau kleinräumig oder großflächig mit Mäandern gestaltet und durch Retentionsmulden und Abschlägen in die Fläche ergänzt werden.
  • Wo keine naturnahe Gestaltung möglich ist, kann in den Kadrichen konzentrierter Abfluss gezielt Versickerungsmulden zugeführt werden.
  • Auch eine Entsiegelung / ein langgezogenes Aufreißen von Teilabschnitten kann eine kostengünstigere und effiziente Alternative sein. Hier können ggf. Grobschotterpackungen die Wasserversickerung erhöhen.
  • Je nach Hangneigung und Flächenverfügbarkeit kann ein Rückbau kleinräumig oder großflächig mit Mäandern gestaltet und durch Retentionsmulden und Abschlägen in die Fläche ergänzt werden.
  • Wo keine naturnahe Gestaltung möglich ist, kann in den Kadrichen konzentrierter Abfluss gezielt Versickerungsmulden zugeführt werden.
  • Auch eine Entsiegelung / ein langgezogenes Aufreißen von Teilabschnitten kann eine kostengünstigere und effiziente Alternative sein. Hier können ggf. Grobschotterpackungen die Wasserversickerung erhöhen.

Monitoring

  • Je nach Hangneigung und Flächenverfügbarkeit kann ein Rückbau kleinräumig oder großflächig mit Mäandern gestaltet und durch Retentionsmulden und Abschlägen in die Fläche ergänzt werden.
  • Wo keine naturnahe Gestaltung möglich ist, kann in den Kadrichen konzentrierter Abfluss gezielt Versickerungsmulden zugeführt werden.
  • Auch eine Entsiegelung / ein langgezogenes Aufreißen von Teilabschnitten kann eine kostengünstigere und effiziente Alternative sein. Hier können ggf. Grobschotterpackungen die Wasserversickerung erhöhen.
  • Akzeptanz & Nutzung
  • Veränderung der Wasseraufnahme
  • Veränderung der Bodenindikatoren
  • Menge der Regenwasserrückhaltung
  • Biodiversitätsindikatoren

Co-Benefits

  • Biotopverbund und Biodiversität fördern: Durch die Entsiegelung und naturnahe Gestaltung entstehen neue Lebensräume, die ökologische Vernetzung stärken und Artenvielfalt erhöhen.
  • Pufferwirkung für Nähr- und Schadstoffe: Begrünte oder durchlässige Rinnen filtern abfließendes Wasser und reduzieren den Eintrag von Sedimenten, Dünger- und Pflanzenschutzmitteln in Gewässer und Böden.
  • Kühl- und Pufferfunktion für das Mikroklima: Mehr Vegetation und höhere Infiltration verringern Oberflächenerwärmung und stabilisieren Temperatur- und Feuchteverhältnisse im Weinberg.
  • Biotopverbund und Biodiversität fördern: Durch die Entsiegelung und naturnahe Gestaltung entstehen neue Lebensräume, die ökologische Vernetzung stärken und Artenvielfalt erhöhen.
  • Pufferwirkung für Nähr- und Schadstoffe: Begrünte oder durchlässige Rinnen filtern abfließendes Wasser und reduzieren den Eintrag von Sedimenten, Dünger- und Pflanzenschutzmitteln in Gewässer und Böden.
  • Kühl- und Pufferfunktion für das Mikroklima: Mehr Vegetation und höhere Infiltration verringern Oberflächenerwärmung und stabilisieren Temperatur- und Feuchteverhältnisse im Weinberg.

Zielkonflikte

  • Wasserrückhalt vs. Pflanzenschutz und Bewirtschaftung: Durch Begrünung und natürlich aufkommende Gehölze oder Beikräuter kann sich der Schädlings- und Beikrautdruck auf angrenzende Rebflächen erhöhen, was zusätzliche Pflege- oder Pflanzenschutzmaßnahmen erforderlich machen kann.
  • Umgestaltung vs. Pflanzenschutzrechtliche Abstandsauflagen: Neue Vegetationsstrukturen können in bestehende Abstandsgrenzen für Pflanzenschutzmittel eingreifen und ggf. die Pflicht zur Anlage eines Randstreifens nach Pflanzenschutzmittel-Anwendungsverordnung auslösen; dies muss im Vorfeld geprüft werden.
  • Strukturvielfalt vs. Erhöhter Pilzdruck: Gehölzstreifen, insbesondere in Nord-Süd-Ausrichtung, können durch veränderte Windverhältnisse zu einer höheren Feuchte und damit zu gesteigertem Pilzdruck im angrenzenden Weinbau führen; angepasste Bepflanzung und genügend Lücken sind notwendig.
  • Wasserrückhalt vs. Pflanzenschutz und Bewirtschaftung: Durch Begrünung und natürlich aufkommende Gehölze oder Beikräuter kann sich der Schädlings- und Beikrautdruck auf angrenzende Rebflächen erhöhen, was zusätzliche Pflege- oder Pflanzenschutzmaßnahmen erforderlich machen kann.
  • Umgestaltung vs. Pflanzenschutzrechtliche Abstandsauflagen: Neue Vegetationsstrukturen können in bestehende Abstandsgrenzen für Pflanzenschutzmittel eingreifen und ggf. die Pflicht zur Anlage eines Randstreifens nach Pflanzenschutzmittel-Anwendungsverordnung auslösen; dies muss im Vorfeld geprüft werden.
  • Strukturvielfalt vs. Erhöhter Pilzdruck: Gehölzstreifen, insbesondere in Nord-Süd-Ausrichtung, können durch veränderte Windverhältnisse zu einer höheren Feuchte und damit zu gesteigertem Pilzdruck im angrenzenden Weinbau führen; angepasste Bepflanzung und genügend Lücken sind notwendig.

Beispiele

Leitfäden

Bemerkungen

  • Quelle: Kellner, L.; Jedicke, E. (2025): Praxisleitfaden zur Umsetzung von Maßnahmen zum naturnahen Wasserrückhalt. Gesamtbericht und Maßnahmenkatalog. Hochschule Geisenheim University, Geisenheim
  • Quelle: Kellner, L.; Jedicke, E. (2025): Praxisleitfaden zur Umsetzung von Maßnahmen zum naturnahen Wasserrückhalt. Gesamtbericht und Maßnahmenkatalog. Hochschule Geisenheim University, Geisenheim