Pikoparks

Oftmals handelt es sich bei Grün- und Freiflächen in städtischen Wohnquartieren um monotone Rasenflächen, mit einer niedrigen Artenvielfalt, reduzierter Aufenthaltsqualität und wenigen Möglichkeiten zur Naturerfahrung für die Anwohnenden. Das kann sich durch das Anlegen von sogenannten PikoParks (kleine Parks in Wohnquartieren) ändern. PikoParks liegen meist halböffentlich im Abstandsgrün, zum Beispiel an Verkehrsstraßen oder an Plätzen zwischen Wohnriegeln, die über Fußwege erschlossen sind. Beispielsweise können Wohnungsunternehmen geeignete Grünflächen freigeben, die dann in einem partizipativen Prozess. Dadurch werden Begegnungsmöglichkeiten und Erholungsorte für die Anwohnenden geschaffen und ein Bewusstsein für die Umwelt gestärkt. Zusätzlich hilft die naturnahe Gestaltung bei der Biodiversitätssteigerung und kann bei Starkregenereignissen mehr Wasser aufnehmen, als eine klassische Rasenfläche. Durch mehr Vegetation auf den kleinen Flächen und durch das Anpflanzen von Stauden, Sträuchern und Bäumen, kommt es zu einer stärkeren Verdunstungsrate und damit zu einem verstärkten Kühlungseffekt. Auch die Beschattung durch höhere Gewächse trägt dazu bei, städtische Hitzeinseln zu reduzieren. So bieten PikoParks gerade im Sommer eine ideale Aufenthaltsfläche zur Erholung. Durch ihre geringe Größe können sie an mehreren Stellen über die Stadt verteilt angelegt werden und so für viele Menschen erreichbar sein.

 

Ziel

Klimatische Änderung
Handlungsfeld
Biologische Vielfalt
Stadt- und Siedlungsentwicklung
Wasserhaushalt, Wasserwirtschaft
Klimafolge
  • Hydrologie
  • Arten und Populationen
  • Biotope, Habitate und Ökosysteme
  • Bodenstruktur
  • Bodenökologie
  • Hitzebelastung
  • Nutzfunktion
  • Psyche
  • Extremwetter
Anpassungsziel
  • aktive Beteiligung bestärken
  • Akzeptanz der Bevölkerung erhöhen
  • Verbesserung der Regenwasserrückhaltung
  • Vermeidung von Hitzeinseln
  • Vermeidung von Starkregenschäden
  • Erhalt des natürlichen Wasserhaushalts
  • Reduktion der thermischen Belastung
  • Bewusstseins- und Verhaltensänderungen in Gang setzen
  • Erhöhung der Biodiversität

Organisation

Kommunale Arbeitsbereiche
  • Erholung
  • Kommunalplanung
  • Natur- und Ressourcennutzung
  • Soziales
Räumliche Bezugsebene
  • Quartier
  • Objekt
Maßnahmentyp
  • grün
  • weich
Beteiligte
  • Bevölkerung
  • Eigentümer*innen
  • Grünflächenamt
  • Planungsamt
  • Verwaltung
  • Hochbauamt
  • Stadtbauämter
  • Wasserentsorgungsunternehmen
  • Umweltamt
  • Tiefbauamt
  • Tochterunternehmen
  • Örtliche Wasserversorger
Umsetzungsinstrumente
  • Förderprogramme auf Landesebene
  • Grünplanung
  • Landschaftsplanung
  • Fachplanung
  • Rahmenplan
  • Satzungen
  • Städtebauliche Verträge

Ressourcen

Umsetzungshorizont
kurzfristig
mittelfristig
langfristig
Nutzungsdauer
kurz
mittel
lang
Personalaufwand
gering
mittel
hoch
Regelmäßigkeit
einmalig
mehrmalig
kontinuierlich
Kosten
gering
mittel
hoch
Folgekosten
gering
mittel
hoch

Mögliche Maßnahmenelemente

  • Bäume und Sträucher
  • Begleitende Informationstafeln (zur Umweltbildung) zu vorhandenen Pflanzen, Tieren, Lebensräumen und Klimawirkungen
  • Blühwiesen mit klimaangepassten Pflanzen
  • Heimische Wildsträucher
  • Trockenmauern und Lesesteinhaufen
  • Liegendes und stehendes Totholz
  • Laub-Reisig-Habitate
  • Wasserstellen
  • Nisthilfen
  • Sitzgelegenheiten zur Erholung und zur sozialen Interaktion
  • Schulungen in "grünen Berufen": z.B. Pflegeworkshops mit Mitarbeitenden aus dem Gartenlandschaftsbau. Dabei erlernen die Anwohnenden, wie sie den PikoPark zukünftig selbst pflegen und Instand halten.
  • Workshops und Aktionen zu verschiedenen Themen und für unterschiedliche Zielgruppen
  • Bäume und Sträucher
  • Begleitende Informationstafeln (zur Umweltbildung) zu vorhandenen Pflanzen, Tieren, Lebensräumen und Klimawirkungen
  • Blühwiesen mit klimaangepassten Pflanzen
  • Heimische Wildsträucher
  • Trockenmauern und Lesesteinhaufen
  • Liegendes und stehendes Totholz
  • Laub-Reisig-Habitate
  • Wasserstellen
  • Nisthilfen
  • Sitzgelegenheiten zur Erholung und zur sozialen Interaktion
  • Schulungen in "grünen Berufen": z.B. Pflegeworkshops mit Mitarbeitenden aus dem Gartenlandschaftsbau. Dabei erlernen die Anwohnenden, wie sie den PikoPark zukünftig selbst pflegen und Instand halten.
  • Workshops und Aktionen zu verschiedenen Themen und für unterschiedliche Zielgruppen

Monitoring

  • Bäume und Sträucher
  • Begleitende Informationstafeln (zur Umweltbildung) zu vorhandenen Pflanzen, Tieren, Lebensräumen und Klimawirkungen
  • Blühwiesen mit klimaangepassten Pflanzen
  • Heimische Wildsträucher
  • Trockenmauern und Lesesteinhaufen
  • Liegendes und stehendes Totholz
  • Laub-Reisig-Habitate
  • Wasserstellen
  • Nisthilfen
  • Sitzgelegenheiten zur Erholung und zur sozialen Interaktion
  • Schulungen in "grünen Berufen": z.B. Pflegeworkshops mit Mitarbeitenden aus dem Gartenlandschaftsbau. Dabei erlernen die Anwohnenden, wie sie den PikoPark zukünftig selbst pflegen und Instand halten.
  • Workshops und Aktionen zu verschiedenen Themen und für unterschiedliche Zielgruppen
  • Akzeptanz & Nutzung
  • Biodiversitätsindikatoren
  • Menge der Regenwasserrückhaltung
  • Veränderung der Wasseraufnahme
  • Veränderung der Artenvielflat
  • Veränderung der Bodenindikatoren
  • Veränderung der Umgebungstemperatur

Co-Benefits

  • Biodiversitätssteigerung: Piko-Parks leisten einen wertvollen Beitrag zum Schutz und Erhalt der heimischen Artenvielfalt
  • Steigerung der Aufenthaltsqualität
  • Optische Aufwertung
  • Soziales Miteinander/ Verantwortung und Wertschätzung für das eigene Wohnumfeld: Pflegetreffen, Workshops und gemeinsame Feste stärken das Wir-Gefühl. Dies erhöht die Identität mit dem Quartier, fördert das Engagement und Verantwortungsgefühl für das Wohnumfeld
  • Kühles Mikro-Klima: In einem naturnahen PikoPark sorgen die Flächen mit den heimischen, standortgerechten Pflanzen in Hitzephasen für ein kühlendes Mikroklima
  • Wasserrückhalt: verbesserte Wasserrückhaltung durch entsiegelte Böden, Reliefierung und Sträucher
  • Biodiversitätssteigerung: Piko-Parks leisten einen wertvollen Beitrag zum Schutz und Erhalt der heimischen Artenvielfalt
  • Steigerung der Aufenthaltsqualität
  • Optische Aufwertung
  • Soziales Miteinander/ Verantwortung und Wertschätzung für das eigene Wohnumfeld: Pflegetreffen, Workshops und gemeinsame Feste stärken das Wir-Gefühl. Dies erhöht die Identität mit dem Quartier, fördert das Engagement und Verantwortungsgefühl für das Wohnumfeld
  • Kühles Mikro-Klima: In einem naturnahen PikoPark sorgen die Flächen mit den heimischen, standortgerechten Pflanzen in Hitzephasen für ein kühlendes Mikroklima
  • Wasserrückhalt: verbesserte Wasserrückhaltung durch entsiegelte Böden, Reliefierung und Sträucher

Zielkonflikte

  • Umwelt- und Naturschutz vs. Infrastrukturentwicklung: Während PikoParks zur Förderung der Biodiversität und als Erholungsräume dienen, kann die benötigte Flächeninanspruchnahme mit anderen städtebaulichen Maßnahmen konkurrieren. PikoParks beanspruchen städtische Flächen, die in dicht bebauten Gebieten auch für andere Nutzungen wie Wohnen oder Verkehr benötigt werden.
  • Nutzung und Lärmbelastung: Die Nutzung der PikoParks kann zu erhöhter Lärmbelastung führen.
  • Pflegeaufwand vs. ökologischer Nutzen: Regelmäßige Pflegearbeiten stehen dem ökologischen Mehrwert gegenüber.
  • Vandalismus: Vandalismus kann einen hohen Pflege- und Reparaturaufwand mit sich bringen.
  • Umwelt- und Naturschutz vs. Infrastrukturentwicklung: Während PikoParks zur Förderung der Biodiversität und als Erholungsräume dienen, kann die benötigte Flächeninanspruchnahme mit anderen städtebaulichen Maßnahmen konkurrieren. PikoParks beanspruchen städtische Flächen, die in dicht bebauten Gebieten auch für andere Nutzungen wie Wohnen oder Verkehr benötigt werden.
  • Nutzung und Lärmbelastung: Die Nutzung der PikoParks kann zu erhöhter Lärmbelastung führen.
  • Pflegeaufwand vs. ökologischer Nutzen: Regelmäßige Pflegearbeiten stehen dem ökologischen Mehrwert gegenüber.
  • Vandalismus: Vandalismus kann einen hohen Pflege- und Reparaturaufwand mit sich bringen.

Beispiele

  • Speyer: Piko-Park der Baugenossenschaft Speyer eG (GBS): Modellfläche für naturnah gestaltete, klimaangepasste Freiräume mit Fokus auf Kühlung, Biodiversität und Aufenthaltsqualität.
  • NKK-444-Förderung: Über die Förderung wurden u.a. Piko-Parks in den Städten Germersheim, Pirmasens, Sinzig, Trier und Zweibrücken realisiert.
  • Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz: Vortragsfolien mit Praxisbeispielen zu umgesetzten Projekten, Förderansätzen und Erfahrungen aus Kommunen.
  • Speyer: Piko-Park der Baugenossenschaft Speyer eG (GBS): Modellfläche für naturnah gestaltete, klimaangepasste Freiräume mit Fokus auf Kühlung, Biodiversität und Aufenthaltsqualität.
  • NKK-444-Förderung: Über die Förderung wurden u.a. Piko-Parks in den Städten Germersheim, Pirmasens, Sinzig, Trier und Zweibrücken realisiert.
  • Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz: Vortragsfolien mit Praxisbeispielen zu umgesetzten Projekten, Förderansätzen und Erfahrungen aus Kommunen.

Leitfäden

Bemerkungen

Pflege Faustregeln:

  1. Fertigstellungspflege: bis zum Anwachserfolg (ca. 6 Monate) bzw. bis zur Abnahme
  2. Entwicklungspflege: erste 2-3 Jahre, Stabilisierung der Pflanzengemeinschaft
  3. Unterhaltungspflege: langfristige Erhaltung

Pflege Faustregeln:

  1. Fertigstellungspflege: bis zum Anwachserfolg (ca. 6 Monate) bzw. bis zur Abnahme
  2. Entwicklungspflege: erste 2-3 Jahre, Stabilisierung der Pflanzengemeinschaft
  3. Unterhaltungspflege: langfristige Erhaltung