Urbane Waldgärten

In Deutschland leben 78 % der Menschen in Städten. Diese Städte müssen mehr Grünflächen schaffen, die wichtige Funktionen haben, wie zum Beispiel Anpassung an den Klimawandel, Schutz und Erhalt der Biodiversität, Erholung, Begegnungs- und Bewegungsraum oder Umweltbildung/ Ernährungsbildung. Urbane Waldgärten sind eine gute Lösung dafür. Sie bestehen aus verschiedenen Schichten von essbaren Pflanzen, die ähnlich wie in einem Wald wachsen. In diesen Gärten finden sich Obstbäume, Nussbäume, Beerensträucher, Gemüse und Kräuter, die zusammen wachsen und geerntet werden können. Waldgärten imitieren die Struktur und Funktion von Wäldern und nutzen lokale Ressourcen wie Sonnenenergie, Wasser und Nährstoffe effizient. Mit Bäumen, Sträuchern und Kräutern schaffen sie einen Raum, der effektiv für die Produktion von Lebensmitteln genutzt werden kann. Die Gestaltung eines urbanen Waldgartens richtet sich stark nach dem jeweiligen Stadtraum und den örtlichen ökologischen Bedingungen. Ein gutes Verständnis dieser Voraussetzungen ist entscheidend, um einen angepassten, widerstandsfähigen und möglichst selbstregulierenden Waldgarten zu entwickeln.

 

Ziel

Klimatische Änderung
Handlungsfeld
Biologische Vielfalt
Raumplanung
Stadt- und Siedlungsentwicklung
Wasserhaushalt, Wasserwirtschaft
Klimafolge
  • Phänologie Wild- und Kulturpflanzen
  • Erosion
  • Bodenstruktur
  • Bodenwasserhaushalt
  • Bodenstoffhaushalt
  • Bodenökologie
  • Hitzebelastung
  • Überschwemmungen
  • Arten und Populationen
Anpassungsziel
  • aktive Beteiligung bestärken
  • Akzeptanz der Bevölkerung erhöhen
  • Bewusstseins- und Verhaltensänderungen in Gang setzen
  • Erhalt des natürlichen Wasserhaushalts
  • Erhöhung der Biodiversität
  • Erhöhung der urbanen Klimaresilienz
  • Reduktion des Überschwemmungsrisikos
  • Vermeidung von Hitzeinseln
  • Vermeidung von Starkregenschäden

Organisation

Kommunale Arbeitsbereiche
  • Erholung
  • Natur- und Ressourcennutzung
  • Soziales
  • Kommunalplanung
Räumliche Bezugsebene
  • Stadt
  • Umland
  • Quartier
Maßnahmentyp
  • grün
Beteiligte
  • Forstverwaltung
  • Eigentümer*innen
  • Verwaltung
  • Bevölkerung
  • Grünflächenamt
  • Umweltamt
  • Stadtbauämter
  • Pressestelle und Öffentlichkeitsarbeit
  • Liegenschaftsamt
  • Planungsamt

Ressourcen

Umsetzungshorizont
kurzfristig
mittelfristig
langfristig
Nutzungsdauer
kurz
mittel
lang
Personalaufwand
gering
mittel
hoch
Regelmäßigkeit
einmalig
mehrmalig
kontinuierlich
Kosten
gering
mittel
hoch
Folgekosten
gering
mittel
hoch

Mögliche Maßnahmenelemente

  • Anpflanzen von Nuss- und Obstbäumen, Beerensträuchern, Gemüse und Kräutern, je nach städteräumlichem Kontext und lokalen ökologischen Gegebenheiten
  • Partizipative Pflanzaktionen
  • Bildungsangebote
  • Informationstafeln
  • Online-Verweis auf essbare Pflanzen (z.B. Listung in App "Mundraub")
  • Anpflanzen von Nuss- und Obstbäumen, Beerensträuchern, Gemüse und Kräutern, je nach städteräumlichem Kontext und lokalen ökologischen Gegebenheiten
  • Partizipative Pflanzaktionen
  • Bildungsangebote
  • Informationstafeln
  • Online-Verweis auf essbare Pflanzen (z.B. Listung in App "Mundraub")

Monitoring

  • Anpflanzen von Nuss- und Obstbäumen, Beerensträuchern, Gemüse und Kräutern, je nach städteräumlichem Kontext und lokalen ökologischen Gegebenheiten
  • Partizipative Pflanzaktionen
  • Bildungsangebote
  • Informationstafeln
  • Online-Verweis auf essbare Pflanzen (z.B. Listung in App "Mundraub")
  • Akzeptanz & Nutzung
  • Biodiversitätsindikatoren
  • Menge der Regenwasserrückhaltung
  • Veränderung der Artenvielflat
  • Veränderung der Bodenindikatoren
  • Veränderung der Umgebungstemperatur
  • Veränderung der Wasseraufnahme

Co-Benefits

  • Umweltbildung: In urbanen Waldgärten besteht vor allem das Potenzial natürliche Kreisläufe zusammenhängend zu vermitteln und die Bezüge zwischen einem gesunden Boden, einer Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaextremen, der biologischen Vielfalt und der Nahrungsmittelproduktion integrativ zu erläutern.
  • Begegnung und Erholung: Gemeinschaftsgärten erhöhen die Aufenthaltsqualität von sonst meist ungenutzten Freiräumen durch erhöhtes und gut gepflegtes Grünvolumen in Städten und stellen wichtige Begegnungsorte in ihren Nachbarschaften dar. Nicht nur die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Projekte, sondern auch Anwohnende und sogar Passantinnen und Passanten profitieren von diesen besonderen Erholungsräumen.
  • Hitzeminderung/ Kühlungseffekt: Durch die mehrschichtige Vegetationsbedeckung wird die lokale Wasserverdunstung und somit der Kühlungseffekt erhöht. Zudem bleibt durch die Verschattung innerhalb des Vegetationsbestandes eine höhere Boden- und Luftfeuchtigkeit erhalten.
  • Stadtklima und Luftreinhaltung: Durch den lateralen Kaltluftabfluss können urbane Waldgärten ein Baustein innerhalb von Frischluftschneisen in der Stadt sein. Des Weiteren können Waldgärten mit ihren verschiedenen Vegetationstypen und ihrer hohen Blattoberfläche und -rauigkeit Luftschadstoffe filtern und zurückhalten. Neben der im Laufe der Zeit zunehmenden Klimawirksamkeit haben Waldgärten das Potenzial, langfristig als Kohlenstoffsenke zu dienen.
  • Schutz von Boden und Wasser: Waldgärten zeichnen sich durch dauerhafte Vegetationsbedeckung und Durchwurzelung in verschiedenen Bodentiefen aus. Damit wird zum einen der Boden dauerhaft vor Erosion geschützt und zum anderen die Infiltration und Filterung von Wasser begünstigt. Im Zuge mehrjähriger Vegetationsentwicklung und möglichst geringfügiger Bodenbearbeitung bildet sich langfristig auch eine waldähnliche Humusschicht aus, die wiederum wichtig für die Wasserspeicherung und Nährstoffregulierung ist.
  • Lokale Nahrungsmittelproduktion: Waldgärten leisten einen Beitrag zur Sensibilisierung für Nahrungsmittelproduktion und gesunde Ernährung überhaupt. Die Erfahrung mit unbekannten Obstsorten, die Weiterverarbeitung von heimischen Beeren etc. stehen im Vordergrund.
  • Gesundheit & Aufenthaltsqualität: Grünflächen wirken positiv auf körperliches und psychisches Wohlbefinden. Sie tragen zu Hitzeschutz, Stressabbau, mehr Aufenthaltszeit im Freien bei.
  • Umweltbildung: In urbanen Waldgärten besteht vor allem das Potenzial natürliche Kreisläufe zusammenhängend zu vermitteln und die Bezüge zwischen einem gesunden Boden, einer Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaextremen, der biologischen Vielfalt und der Nahrungsmittelproduktion integrativ zu erläutern.
  • Begegnung und Erholung: Gemeinschaftsgärten erhöhen die Aufenthaltsqualität von sonst meist ungenutzten Freiräumen durch erhöhtes und gut gepflegtes Grünvolumen in Städten und stellen wichtige Begegnungsorte in ihren Nachbarschaften dar. Nicht nur die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Projekte, sondern auch Anwohnende und sogar Passantinnen und Passanten profitieren von diesen besonderen Erholungsräumen.
  • Hitzeminderung/ Kühlungseffekt: Durch die mehrschichtige Vegetationsbedeckung wird die lokale Wasserverdunstung und somit der Kühlungseffekt erhöht. Zudem bleibt durch die Verschattung innerhalb des Vegetationsbestandes eine höhere Boden- und Luftfeuchtigkeit erhalten.
  • Stadtklima und Luftreinhaltung: Durch den lateralen Kaltluftabfluss können urbane Waldgärten ein Baustein innerhalb von Frischluftschneisen in der Stadt sein. Des Weiteren können Waldgärten mit ihren verschiedenen Vegetationstypen und ihrer hohen Blattoberfläche und -rauigkeit Luftschadstoffe filtern und zurückhalten. Neben der im Laufe der Zeit zunehmenden Klimawirksamkeit haben Waldgärten das Potenzial, langfristig als Kohlenstoffsenke zu dienen.
  • Schutz von Boden und Wasser: Waldgärten zeichnen sich durch dauerhafte Vegetationsbedeckung und Durchwurzelung in verschiedenen Bodentiefen aus. Damit wird zum einen der Boden dauerhaft vor Erosion geschützt und zum anderen die Infiltration und Filterung von Wasser begünstigt. Im Zuge mehrjähriger Vegetationsentwicklung und möglichst geringfügiger Bodenbearbeitung bildet sich langfristig auch eine waldähnliche Humusschicht aus, die wiederum wichtig für die Wasserspeicherung und Nährstoffregulierung ist.
  • Lokale Nahrungsmittelproduktion: Waldgärten leisten einen Beitrag zur Sensibilisierung für Nahrungsmittelproduktion und gesunde Ernährung überhaupt. Die Erfahrung mit unbekannten Obstsorten, die Weiterverarbeitung von heimischen Beeren etc. stehen im Vordergrund.
  • Gesundheit & Aufenthaltsqualität: Grünflächen wirken positiv auf körperliches und psychisches Wohlbefinden. Sie tragen zu Hitzeschutz, Stressabbau, mehr Aufenthaltszeit im Freien bei.

Zielkonflikte

  • Nutzungsdruck: Städtische Grünflächen im öffentlichen Raum stehen häufig unter hohem Nutzungsdruck durch diverse Erholungssuchende und Interessensgruppen aus vielerlei Richtungen z.B. zum Hundeauslauf oder als Treffpunkt zum nächtlichen Feiern.
  • Generelle Anfälligkeit für Vandalismus
  • Lebensmittelsicherheit: Da in einem Waldgarten Nutzpflanzen direkt im naturbelassenen Erdboden gezogen werden, muss hier verstärkt auf eine Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit geachtet werden.
  • (Wilder) Müll: Dort, wo sich Menschen länger im Freien aufhalten, kommt es vor, dass Müll zurückgelassen wird und unachtsam in der Natur entsorgt wird.
  • Naturnähe vs. Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit: Dichte, wenig gestörte Wuchsbereiche mit schmalen Trampelpfaden sind aus ökologischer Sicht sinnvoll und fördern die Natur. In diesen Bereichen sind jedoch Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit nur eingeschränkt möglich. Auch das Belassen von Totholz ist ökologisch wertvoll, kann jedoch durch herabfallende Äste ein Sicherheitsrisiko darstellen.
  • Nutzungsdruck: Städtische Grünflächen im öffentlichen Raum stehen häufig unter hohem Nutzungsdruck durch diverse Erholungssuchende und Interessensgruppen aus vielerlei Richtungen z.B. zum Hundeauslauf oder als Treffpunkt zum nächtlichen Feiern.
  • Generelle Anfälligkeit für Vandalismus
  • Lebensmittelsicherheit: Da in einem Waldgarten Nutzpflanzen direkt im naturbelassenen Erdboden gezogen werden, muss hier verstärkt auf eine Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit geachtet werden.
  • (Wilder) Müll: Dort, wo sich Menschen länger im Freien aufhalten, kommt es vor, dass Müll zurückgelassen wird und unachtsam in der Natur entsorgt wird.
  • Naturnähe vs. Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit: Dichte, wenig gestörte Wuchsbereiche mit schmalen Trampelpfaden sind aus ökologischer Sicht sinnvoll und fördern die Natur. In diesen Bereichen sind jedoch Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit nur eingeschränkt möglich. Auch das Belassen von Totholz ist ökologisch wertvoll, kann jedoch durch herabfallende Äste ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Beispiele

Leitfäden