Hitzeaktionsplanung
© RLP-KfK/Katrin Berlinghoff
Der Klimawandel führt zu häufigeren und längeren Hitzewellen. Besonders betroffen sind vulnerable Gruppen (Ältere, chronisch Kranke, Säuglinge). Zudem leiden Wirtschaft, Landwirtschaft, Schiffsverkehr, das Gesundheitssystem, Wasserhaushalt und es kann zu weiteren Folgen kommen, wie der Ausbreitung von Schädlingen (z. B. Tigermücke). Ein Hitzeaktionsplan (HAP) dient der Vorsorge und dem Schutz der Bevölkerung. Er bündelt kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen zur Minderung hitzebedingter Gesundheitsrisiken. Dazu gehören Monitoring von Hitzeereignissen, Koordination der Akteure, Informations- und Warnsysteme, Schutz vulnerabler Gruppen, Vorbereitung des Gesundheitswesens sowie langfristige Maßnahmen der Stadtplanung (z. B. Grünflächen, Verschattung). Die Erstellung erfolgt ressortübergreifend unter Beteiligung von Behörden, Fachstellen und Betroffenen.
Ziel
- Klimatische Änderung
-
Handlungsfeld
-
Klimafolge
-
- Innenraumklima
- Versorgung (Wasser)
- Hitzebelastung
- Psyche
- Extremwetter
- Ertrags- und Qualitätseinbußen (Landwirtschaft)
- Bodenwasserhaushalt
-
Anpassungsziel
-
- Bewusstseins- und Verhaltensänderungen in Gang setzen
- Informationen bereitstellen
- aktive Beteiligung bestärken
- Akzeptanz der Bevölkerung erhöhen
- Reduktion der thermischen Belastung
- Vermeidung von Hitzeinseln
Organisation
-
Kommunale Arbeitsbereiche
-
- Kommunalplanung
- Soziales
- Übergeordnet
-
Räumliche Bezugsebene
-
- Stadt
- Quartier
- Objekt
- Umland
-
Maßnahmentyp
-
- weich
-
Beteiligte
-
- Gesundheitsamt
- Landwirtschaftliche Betriebe
- Umweltamt
- Katastrophenschutz
- Wasserentsorgungsunternehmen
- Örtliche Wasserversorger
- Örtliche Energieversorger
- Stadtbauämter
- Verwaltung
- Hochbauamt
- Straßenbauamt
Ressourcen
-
Umsetzungshorizont
-
kurzfristig
-
mittelfristig
-
langfristig
-
Nutzungsdauer
-
kurz
-
mittel
-
lang
-
Personalaufwand
-
gering
-
mittel
-
hoch
-
Regelmäßigkeit
-
einmalig
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mehrmalig
-
kontinuierlich
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Kosten
-
gering
-
mittel
-
hoch
-
Folgekosten
-
gering
-
mittel
-
hoch
Mögliche Maßnahmenelemente
- Zentrale Koordinierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit
- Nutzung eines Hitzewarnsystems: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bietet ein eigenes Warnsystem, aber auch Warn-Apps wie NINA oder KATWARN bieten Warnungen zu Hitze, Ozon-, UV- und Feinstaubbelastung
- Information und Kommunikation: Allgemeine Informationen zu Hitze und Hitzeschutz für die Bevölkerung zugänglich machen (z.B. Flyer oder Broschüren auslegen), Information für Einrichtungen wie Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen zu geeignete Maßnahmen
- Reduzierung von Hitze in Innenräumen durch kurzfristige (Ventilatoren, Verschattung, etc.), mittelfristige (Verbesserung der Dämmung, Installation von Klimaanlagen, etc.) und langfristige (angepasste Stadt- und Bauplanung) Maßnahmen
- Besondere Beachtung von Risikogruppen
- Vorbereitung der Gesundheits- und Sozialsysteme
- Langfristige Stadtplanung und Bauwesen
- Monitoring und Evaluation der Maßnahmen
- Zentrale Koordinierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit
- Nutzung eines Hitzewarnsystems: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bietet ein eigenes Warnsystem, aber auch Warn-Apps wie NINA oder KATWARN bieten Warnungen zu Hitze, Ozon-, UV- und Feinstaubbelastung
- Information und Kommunikation: Allgemeine Informationen zu Hitze und Hitzeschutz für die Bevölkerung zugänglich machen (z.B. Flyer oder Broschüren auslegen), Information für Einrichtungen wie Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen zu geeignete Maßnahmen
- Reduzierung von Hitze in Innenräumen durch kurzfristige (Ventilatoren, Verschattung, etc.), mittelfristige (Verbesserung der Dämmung, Installation von Klimaanlagen, etc.) und langfristige (angepasste Stadt- und Bauplanung) Maßnahmen
- Besondere Beachtung von Risikogruppen
- Vorbereitung der Gesundheits- und Sozialsysteme
- Langfristige Stadtplanung und Bauwesen
- Monitoring und Evaluation der Maßnahmen
Monitoring
- Zentrale Koordinierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit
- Nutzung eines Hitzewarnsystems: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bietet ein eigenes Warnsystem, aber auch Warn-Apps wie NINA oder KATWARN bieten Warnungen zu Hitze, Ozon-, UV- und Feinstaubbelastung
- Information und Kommunikation: Allgemeine Informationen zu Hitze und Hitzeschutz für die Bevölkerung zugänglich machen (z.B. Flyer oder Broschüren auslegen), Information für Einrichtungen wie Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen zu geeignete Maßnahmen
- Reduzierung von Hitze in Innenräumen durch kurzfristige (Ventilatoren, Verschattung, etc.), mittelfristige (Verbesserung der Dämmung, Installation von Klimaanlagen, etc.) und langfristige (angepasste Stadt- und Bauplanung) Maßnahmen
- Besondere Beachtung von Risikogruppen
- Vorbereitung der Gesundheits- und Sozialsysteme
- Langfristige Stadtplanung und Bauwesen
- Monitoring und Evaluation der Maßnahmen
- Kosten-Nutzen-Analyse
- Veränderung der Umgebungstemperatur
- Akzeptanz & Nutzung
Co-Benefits
- Entlastung des Gesundheitssystems: Durch eine erfolgreichen Hitzeaktionsplan wird das Personal im Gesundheitswesen entlastet und Kosten gesenkt
- Schonung der Umwelt: Treibhausgasemissionen werden durch klimaaktives Handeln reduziert
- Steigerung der Klimaresilienz einer Stadt/Kommune
- Entlastung des Gesundheitssystems: Durch eine erfolgreichen Hitzeaktionsplan wird das Personal im Gesundheitswesen entlastet und Kosten gesenkt
- Schonung der Umwelt: Treibhausgasemissionen werden durch klimaaktives Handeln reduziert
- Steigerung der Klimaresilienz einer Stadt/Kommune
Zielkonflikte
- Kurzfristige akute Maßnahmen vs. langfristige Strategien: Der hohe Personalmangel im Gesundheits- und Sozialsektor, wird durch die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen kurzfristig verschärft; Kurzfristige Maßnahmen zur Hitzereduktion können einen hohen Stromverbrauch und zusätzliche Kosten verursachen (Ventilatoren, Klimaanlagen, etc.)
- Keine verpflichtende Aufgabe für Kommunen: Personelle und finazielle beschränkungen können dazu führen, dass keine HAP erstellt wird.
- Unklare Zuständigkeiten: Es kann Unsicherheiten beim Vorgehen kommen, da verschiedene Ressorts betroffen sind und die Koordination übernehmen könnten.
- Kurzfristige akute Maßnahmen vs. langfristige Strategien: Der hohe Personalmangel im Gesundheits- und Sozialsektor, wird durch die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen kurzfristig verschärft; Kurzfristige Maßnahmen zur Hitzereduktion können einen hohen Stromverbrauch und zusätzliche Kosten verursachen (Ventilatoren, Klimaanlagen, etc.)
- Keine verpflichtende Aufgabe für Kommunen: Personelle und finazielle beschränkungen können dazu führen, dass keine HAP erstellt wird.
- Unklare Zuständigkeiten: Es kann Unsicherheiten beim Vorgehen kommen, da verschiedene Ressorts betroffen sind und die Koordination übernehmen könnten.
Beispiele
- Hitzeaktionsplanung Worms: Kommunaler Hitzeaktionsplan mit Maßnahmen zum gesundheitlichen Hitzeschutz, zur Sensibilisierung der Bevölkerung und zur Anpassung der Stadt an zunehmende Hitzeereignisse.
- Integrierte Hitzeaktionsplanung Zweibrücken: Einbindung der Hitzeaktionsplanung in das Klimawandelanpassungskonzept mit strategischen und operativen Maßnahmen auf kommunaler Ebene.
- Projekt „Fit for (Climate) Future“ Ludwigshafen: Ansatz zum Hitzeschutz in Stadt und Unternehmen mit Fokus auf Vorsorge, Information und Anpassungsmaßnahmen für Beschäftigte und Betriebe.
- Hitzeaktionsplan für Rheinland-Pfalz: Landesweiter Rahmen mit Zielen, Handlungsfeldern und Empfehlungen zur Vorbereitung auf und zum Umgang mit Hitzeperioden.
- Hitzeaktionsplanung Worms: Kommunaler Hitzeaktionsplan mit Maßnahmen zum gesundheitlichen Hitzeschutz, zur Sensibilisierung der Bevölkerung und zur Anpassung der Stadt an zunehmende Hitzeereignisse.
- Integrierte Hitzeaktionsplanung Zweibrücken: Einbindung der Hitzeaktionsplanung in das Klimawandelanpassungskonzept mit strategischen und operativen Maßnahmen auf kommunaler Ebene.
- Projekt „Fit for (Climate) Future“ Ludwigshafen: Ansatz zum Hitzeschutz in Stadt und Unternehmen mit Fokus auf Vorsorge, Information und Anpassungsmaßnahmen für Beschäftigte und Betriebe.
- Hitzeaktionsplan für Rheinland-Pfalz: Landesweiter Rahmen mit Zielen, Handlungsfeldern und Empfehlungen zur Vorbereitung auf und zum Umgang mit Hitzeperioden.
Leitfäden
- Info-Paket Hitzeaktionsplanung Rheinland-Pfalz: Zentrale Einstiegsseite des Landes mit Hintergrundinformationen, Materialien und Unterstützungsangeboten zur kommunalen Hitzeaktionsplanung.
- Allgemeine Informationen zur Hitzeaktionsplanung: Überblick zu Zielen, Inhalten und Umsetzungsbausteinen von Hitzeaktionsplänen sowie Praxisbeispiele aus Kommunen.
- Handlungsempfehlungen für Hitzeaktionspläne (BMUV): Bundesweite Empfehlungen zur Erstellung von Hitzeaktionsplänen mit Fokus auf den Schutz der menschlichen Gesundheit.
- Musterhitzeschutzplan für Krankenhäuser: Bundesempfehlung mit konkreten organisatorischen und baulichen Maßnahmen zum Hitzeschutz im Krankenhausbetrieb.
- VDI-Richtlinie Hitzeaktionsplanung (VDI-EE 3787 Blatt 13.3): Technisch-fachliche Richtlinie zu Maßnahmen der Hitzereduktion, von kurzfristigen Anpassungen im Innenraum bis zur langfristigen Gebäude- und Siedlungsraumplanung.
- Info-Paket Hitzeaktionsplanung Rheinland-Pfalz: Zentrale Einstiegsseite des Landes mit Hintergrundinformationen, Materialien und Unterstützungsangeboten zur kommunalen Hitzeaktionsplanung.
- Allgemeine Informationen zur Hitzeaktionsplanung: Überblick zu Zielen, Inhalten und Umsetzungsbausteinen von Hitzeaktionsplänen sowie Praxisbeispiele aus Kommunen.
- Handlungsempfehlungen für Hitzeaktionspläne (BMUV): Bundesweite Empfehlungen zur Erstellung von Hitzeaktionsplänen mit Fokus auf den Schutz der menschlichen Gesundheit.
- Musterhitzeschutzplan für Krankenhäuser: Bundesempfehlung mit konkreten organisatorischen und baulichen Maßnahmen zum Hitzeschutz im Krankenhausbetrieb.
- VDI-Richtlinie Hitzeaktionsplanung (VDI-EE 3787 Blatt 13.3): Technisch-fachliche Richtlinie zu Maßnahmen der Hitzereduktion, von kurzfristigen Anpassungen im Innenraum bis zur langfristigen Gebäude- und Siedlungsraumplanung.