Klimaangepasste Bauleitplanung
© RLP-KfK/Katrin Berlinghoff
Traditionelle Bauleitplanung berücksichtigt Klimaschutz und Anpassung an Klimawandelfolgen häufig nicht systematisch. Dadurch können Chancen zur Reduzierung von Risiken (z. B. Hitze, Starkregen, mangelnde Durchlüftung) ungenutzt bleiben und neue Siedlungsbereiche können bestehende klimatische Belastungen verstärken.
Die klimaangepasste Bauleitplanung integriert Klimaschutz, Energieeffizienz und Anpassung an Klimawandelfolgen als wichtige Belange in die kommunale Flächennutzungs- und Bebauungsplanung und stärkt so die Vorsorge vor klimatischen Risiken. Das Online-Handbuch für Kommunen in Rheinland-Pfalz bietet hierzu fachliche Grundlagen, praxisnahe Instrumente und rechtlich fundierte Umsetzungshilfen, um relevante Aspekte wie Kaltluftschneisen, Wasserrückhalt bei Starkregen, dezentrale Energieversorgung oder naturnahe Freiraumstrukturen bereits im Bauleitplanungsprozess zu berücksichtigen. Ziel ist, diese Themen verbindlich in der bauplanungsrechtlichen Abwägung zu verankern und in der kommunalen Planungspraxis nachhaltig umzusetzen.
Ziel
- Klimatische Änderung
-
Handlungsfeld
-
Energiewirtschaft
Gebäude
Bevölkerungsschutz
Raumplanung
Stadt- und Siedlungsentwicklung
Industrie und Gewerbe
-
Klimafolge
-
- Bauprozess
- Gebäudeschäden
- Überschwemmungen
- Extremwetter
- Luftverschmutzung
- Hitzebelastung
- Nutzfunktion
- Innenraumklima
- Psyche
-
Anpassungsziel
-
- Entlastung der Kanalisation
- Erhalt des natürlichen Wasserhaushalts
- Erhöhung der urbanen Klimaresilienz
- Reduktion der thermischen Belastung
- Verbesserung der Regenwasserrückhaltung
- Vermeidung von Hitzeinseln
- Verzögerung und Vermeidung von Oberflächenabfluss
- Erhöhung der Biodiversität
- Bereitstellung von Frischluft
Organisation
-
Kommunale Arbeitsbereiche
-
- Kommunalplanung
- Übergeordnet
-
Räumliche Bezugsebene
-
- Objekt
- Quartier
- Stadt
- Umland
-
Maßnahmentyp
-
- weich
- grün
- grau
- blau
-
Beteiligte
-
- Verwaltung
- Planungsamt
- Stadtbauämter
- Grünflächenamt
- Hochbauamt
- Liegenschaftsamt
- Umweltamt
Ressourcen
-
Umsetzungshorizont
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kurzfristig
-
mittelfristig
-
langfristig
-
Nutzungsdauer
-
kurz
-
mittel
-
lang
-
Personalaufwand
-
gering
-
mittel
-
hoch
-
Regelmäßigkeit
-
einmalig
-
mehrmalig
-
kontinuierlich
-
Kosten
-
gering
-
mittel
-
hoch
-
Folgekosten
-
gering
-
mittel
-
hoch
Mögliche Maßnahmenelemente
- Berücksichtigung klimatischer Grundlagen: Einbindung von Klimaanalysen (z. B. Hitze, Kaltluft, Starkregen) in die planerische Abwägung
- Sicherung von Grün- und Freiflächen: Festsetzungen zur Durchgrünung, Entsiegelung und Freiraumvernetzung
- Sicherung von Kaltluftentstehungs- und -leitbahnen: Freihaltung und Entwicklung klimatisch wirksamer Flächen
- Regenwassermanagement: Vorgaben zu Versickerung, Retention und dezentraler Niederschlagsbewirtschaftung
- Klimaangepasste Bauweise: Regelungen zu Verschattung, Gebäudestellung, Dach- und Fassadenbegrünung, Wasserretention
- Starkregen- und Hochwasservorsorge: Vermeidung von bzw. angepasste Bebauung in hochwasser- oder starkregengefährdeten Bereichen
- Integration in Abwägungsprozesse: Verbindliche Berücksichtigung von Klimaanpassung als öffentlicher Belang
- Berücksichtigung klimatischer Grundlagen: Einbindung von Klimaanalysen (z. B. Hitze, Kaltluft, Starkregen) in die planerische Abwägung
- Sicherung von Grün- und Freiflächen: Festsetzungen zur Durchgrünung, Entsiegelung und Freiraumvernetzung
- Sicherung von Kaltluftentstehungs- und -leitbahnen: Freihaltung und Entwicklung klimatisch wirksamer Flächen
- Regenwassermanagement: Vorgaben zu Versickerung, Retention und dezentraler Niederschlagsbewirtschaftung
- Klimaangepasste Bauweise: Regelungen zu Verschattung, Gebäudestellung, Dach- und Fassadenbegrünung, Wasserretention
- Starkregen- und Hochwasservorsorge: Vermeidung von bzw. angepasste Bebauung in hochwasser- oder starkregengefährdeten Bereichen
- Integration in Abwägungsprozesse: Verbindliche Berücksichtigung von Klimaanpassung als öffentlicher Belang
Monitoring
- Berücksichtigung klimatischer Grundlagen: Einbindung von Klimaanalysen (z. B. Hitze, Kaltluft, Starkregen) in die planerische Abwägung
- Sicherung von Grün- und Freiflächen: Festsetzungen zur Durchgrünung, Entsiegelung und Freiraumvernetzung
- Sicherung von Kaltluftentstehungs- und -leitbahnen: Freihaltung und Entwicklung klimatisch wirksamer Flächen
- Regenwassermanagement: Vorgaben zu Versickerung, Retention und dezentraler Niederschlagsbewirtschaftung
- Klimaangepasste Bauweise: Regelungen zu Verschattung, Gebäudestellung, Dach- und Fassadenbegrünung, Wasserretention
- Starkregen- und Hochwasservorsorge: Vermeidung von bzw. angepasste Bebauung in hochwasser- oder starkregengefährdeten Bereichen
- Integration in Abwägungsprozesse: Verbindliche Berücksichtigung von Klimaanpassung als öffentlicher Belang
- Veränderung der Umgebungstemperatur
- Kosten-Nutzen-Analyse
- Menge der Regenwasserrückhaltung
- Veränderung der Artenvielflat
- Veränderung der Abflussmenge
- Veränderung der Gebäudetemperatur
Co-Benefits
- Gesundheit und Lebensqualität: Reduzierte Hitzebelastung und attraktivere Wohn- und Aufenthaltsräume
- Hochwasser- und Starkregenvorsorge: Entlastung der Kanalisation und Verringerung von Schadensrisiken
- Biodiversität: Förderung vielfältiger Lebensräume im Siedlungsbereich
- Langfristige Planungssicherheit: Vermeidung klimabedingter Folgekosten und Fehlentwicklungen
- Stadt- und Ortsbild: Höhere gestalterische Qualität und bessere Anpassung an zukünftige Anforderungen
- Bewusstseinsbildung: Sichtbare Integration von Klimaanpassung stärkt Akzeptanz und Vorbildwirkung
- Gesundheit und Lebensqualität: Reduzierte Hitzebelastung und attraktivere Wohn- und Aufenthaltsräume
- Hochwasser- und Starkregenvorsorge: Entlastung der Kanalisation und Verringerung von Schadensrisiken
- Biodiversität: Förderung vielfältiger Lebensräume im Siedlungsbereich
- Langfristige Planungssicherheit: Vermeidung klimabedingter Folgekosten und Fehlentwicklungen
- Stadt- und Ortsbild: Höhere gestalterische Qualität und bessere Anpassung an zukünftige Anforderungen
- Bewusstseinsbildung: Sichtbare Integration von Klimaanpassung stärkt Akzeptanz und Vorbildwirkung
Zielkonflikte
- Flächenvorsorge vs. Entwicklungsdruck: Die Sicherung von Grünflächen, Kaltluftbahnen oder Retentionsräumen kann mit Wohn-, Gewerbe- oder Infrastrukturentwicklungen konkurrieren.
- Klimaanpassung vs. Wirtschaftlichkeit: Vorgaben zu Begrünung, Entsiegelung oder angepasster Bauweise können zu höheren Investitions- und Planungskosten führen.
- Langfristige Vorsorge vs. kurzfristige Bedarfe: Die Nutzen von Klimaanpassungsmaßnahmen sind häufig erst mittel- bis langfristig spürbar, während akute Flächen- oder Wohnraumbedarfe kurzfristige Lösungen erfordern.
- Planungsrechtliche Steuerung vs. Gestaltungsfreiheit: Verbindliche Festsetzungen zur Klimaanpassung können als Einschränkung für Bauherrschaft oder Investorenschaft wahrgenommen werden.
- Komplexität vs. Umsetzbarkeit: Die Integration zusätzlicher klimatischer Belange erhöht den Planungs- und Abstimmungsaufwand und kann Verfahren verlängern.
- Flächenvorsorge vs. Entwicklungsdruck: Die Sicherung von Grünflächen, Kaltluftbahnen oder Retentionsräumen kann mit Wohn-, Gewerbe- oder Infrastrukturentwicklungen konkurrieren.
- Klimaanpassung vs. Wirtschaftlichkeit: Vorgaben zu Begrünung, Entsiegelung oder angepasster Bauweise können zu höheren Investitions- und Planungskosten führen.
- Langfristige Vorsorge vs. kurzfristige Bedarfe: Die Nutzen von Klimaanpassungsmaßnahmen sind häufig erst mittel- bis langfristig spürbar, während akute Flächen- oder Wohnraumbedarfe kurzfristige Lösungen erfordern.
- Planungsrechtliche Steuerung vs. Gestaltungsfreiheit: Verbindliche Festsetzungen zur Klimaanpassung können als Einschränkung für Bauherrschaft oder Investorenschaft wahrgenommen werden.
- Komplexität vs. Umsetzbarkeit: Die Integration zusätzlicher klimatischer Belange erhöht den Planungs- und Abstimmungsaufwand und kann Verfahren verlängern.
Beispiele
- Verbandsgemeinde Wörrstadt: Integration in die Bauleitplanung: Verankerung von Klimaschutz und Klimaanpassung in Flächennutzungs- und Bebauungsplänen.
- Leitlinien zu Klimaschutz und -anpassung der Stadt Bad Dürkheim: Strategischer Rahmen für Begrünung, Entsiegelung und nachhaltige Bauweise.
- Klimaangepasstes Neubaugebiet der Stadt Selters: Neubaugebiet mit Starkregenvorsorge, Begrünung und nachhaltiger Energieversorgung.
- Klimaangepasstes Gewerbegebiet im Landkreis Birkenfeld: Gewerbeentwicklung mit Regenwasserrückhalt, Begrünung und nachhaltiger Flächennutzung.
- Nachhaltiger Umbau des alten Pfaff-Areals in Kaiserslautern: Konversion eines Industrieareals zu einem nachhaltigen Stadtquartier.
- Verbandsgemeinde Wörrstadt: Integration in die Bauleitplanung: Verankerung von Klimaschutz und Klimaanpassung in Flächennutzungs- und Bebauungsplänen.
- Leitlinien zu Klimaschutz und -anpassung der Stadt Bad Dürkheim: Strategischer Rahmen für Begrünung, Entsiegelung und nachhaltige Bauweise.
- Klimaangepasstes Neubaugebiet der Stadt Selters: Neubaugebiet mit Starkregenvorsorge, Begrünung und nachhaltiger Energieversorgung.
- Klimaangepasstes Gewerbegebiet im Landkreis Birkenfeld: Gewerbeentwicklung mit Regenwasserrückhalt, Begrünung und nachhaltiger Flächennutzung.
- Nachhaltiger Umbau des alten Pfaff-Areals in Kaiserslautern: Konversion eines Industrieareals zu einem nachhaltigen Stadtquartier.
Leitfäden
- Handlungshilfen der Energieagentur Rheinland-Pfalz (Teil 1): Faktenpapier zu Klimaschutz in der Bauleitplanung.
- Handlungshilfen der Energieagentur Rheinland-Pfalz (Teil 2): Vertiefung zu rechtlichen und planerischen Instrumenten.
- Checkliste für klimagerechte Festsetzungen im Bebauungsplan: Prüfinstrument für Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen.
- Online-Handbuch für Kommunen in Rheinland-Pfalz: Klimaschutz, Energie und Klimaanpassung in Bebauungsplänen.
- Handlungsempfehlungen zu Anforderungen an Fachgutachten (Klimawandelfolgen): Vorgaben zur Berücksichtigung von Klimaanpassung in Gutachten.
- Hintergrundpapier zur klimagerechten Stadtentwicklung: Grundlagen und Instrumente zur Integration von Klimaanpassung in die Stadtplanung.
- Sammlung zentraler Instrumente (Bayern): Überblick über kommunale Instrumente zur Klimaanpassung.
- Rechtlicher Leitfaden zu Klimaschutz und Klimaanpassung (Hessen): Juristische Einordnung für die Bauleitplanung.
- Handlungshilfen der Energieagentur Rheinland-Pfalz (Teil 1): Faktenpapier zu Klimaschutz in der Bauleitplanung.
- Handlungshilfen der Energieagentur Rheinland-Pfalz (Teil 2): Vertiefung zu rechtlichen und planerischen Instrumenten.
- Checkliste für klimagerechte Festsetzungen im Bebauungsplan: Prüfinstrument für Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen.
- Online-Handbuch für Kommunen in Rheinland-Pfalz: Klimaschutz, Energie und Klimaanpassung in Bebauungsplänen.
- Handlungsempfehlungen zu Anforderungen an Fachgutachten (Klimawandelfolgen): Vorgaben zur Berücksichtigung von Klimaanpassung in Gutachten.
- Hintergrundpapier zur klimagerechten Stadtentwicklung: Grundlagen und Instrumente zur Integration von Klimaanpassung in die Stadtplanung.
- Sammlung zentraler Instrumente (Bayern): Überblick über kommunale Instrumente zur Klimaanpassung.
- Rechtlicher Leitfaden zu Klimaschutz und Klimaanpassung (Hessen): Juristische Einordnung für die Bauleitplanung.