Güter und Dienstleistungen des Waldes

Wälder prägen die Landschaften in Rheinland-Pfalz, etwa den Pfälzerwald, den Hunsrück, die Eifel oder den Westerwald. Als Ökosysteme bilden sie das Zusammenspiel von Pflanzen, Tieren, Pilzen, Mikroorganismen und ihrer unbelebten Umwelt. Sie erbringen vielfältige Ökosystemdienstleistungen, die das menschliche Wohlergehen und die Lebensqualität wesentlich beeinflussen. Diese Leistungen lassen sich in vier Kategorien einteilen: unterstützende (z. B. Bodenbildung, Nährstoff- und Wasserkreislauf, Kohlenstoffbindung), regulierende (Klima-, Wasser- und Luftqualität sowie Schutz vor Schädlingen), bereitstellende (Holz, Nahrung, Wasser und andere erneuerbare Ressourcen) sowie kulturelle Leistungen wie Erholung, Bildung und Naturerleben.

Studien zeigen, dass der Wert dieser Ökosystemdienstleistungen den Nutzen der Holznutzung deutlich übersteigt. Vor dem Hintergrund klimabedingter Waldschäden wächst daher die Forderung, die Leistungen der Waldbewirtschaftung für das Gemeinwohl stärker anzuerkennen und angemessen zu honorieren. Ökosystemdienstleistungen entstehen jedoch nur, wenn die Leistungsfähigkeit eines Ökosystems auf eine tatsächliche gesellschaftliche oder individuelle Nachfrage trifft.

 

Durch den Klimawandel wird die Funktionsfähigkeit der Wälder gefährdet

Unter veränderten Klimabedingungen werden einzelne Güter und Dienstleistungen immer wichtiger. Denn den Vorzügen urban geprägter Dienstleistungsgesellschaften steht die Zunahme von Zivilisationskrankheiten gegenüber. Daher gewinnen Wälder als Erholungs- und Gesundheitsraum und Aktivitäten wie „Waldbaden“ ebenso an Bedeutung wie die positive mikroklimatische Wirkung von Wäldern durch die Filterung von Staub, die Erzeugung von Frischluft und Sauerstoff und der Beitrag zum Klimaschutz durch Kohlenstoffbindung und –speicherung.

Der Klimawandel kann zur Verminderung und in Extremfällen sogar zum Ausfall von Ökosystemdienstleistungen führen. So hat die europaweit und aufgrund der Häufung warm-trockener Jahre zunehmend auch in den mitteleuropäischen Wäldern durch Vitalitätsverlust und Absterben zu beobachtende „Verbraunung“ der Wälder unmittelbare Auswirkungen auf die Leistungen des Waldes. Auch bereits beobachtbare Tendenzen zu wärmeren und trockneren Waldstandorten in der Vegetationszeit beeinträchtigen Waldtypen und –lebensgemeinschaften und damit die Leistungsfähigkeit. Insbesondere in Mittelgebirgslagen werden die Folgen des Klimawandels nicht nur durch die verstärkten zufälligen Nutzungen in der Baumart Fichte, sondern auch durch regionale Hochwasserereignisse und Bodenerosion spürbar. Forstliches Management bzw. eine klimaresiliente Waldbewirtschaftung kann einen wirksamen Beitrag zur Vermeidung von Schäden leisten (WaReLa).